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ACH DU LIEBER HIRSCH

Dokfilm Länge: 44 Min.

Thema: Bewahrung der Biologischen Vielfalt
Bedingungen des Zusammenlebens von Rothirschen und Menschen

Die Dokumentation zeigt, wie Menschen Hirschen begegnen und was sie mit ihnen alles anstellen. Für die einen sind Hirsche Kult, für andere Schädlinge, für wieder andere Nutztiere - und manche glauben, dass ihr Geweih Wunderkräfte besitzt.
Rothirsch und Mensch leben seit langer Zeit in einer innigen Beziehung. Hirsche waren das Edelwild der Könige und Lieblingsmotiv großer Künstler. Sie sind ein von Feinschmeckern geschätztes Wildbret und der erklärte Feind mancher Förster. Kaum ein Wildtier weckt so starke Gefühle.
Für "Ach du lieber Hirsch" reisten die beiden Naturfilmer Gerd Weiss und Michael Miersch auf den Spuren verschiedenster "Hirschkulturen" um die Welt. In Hongkong suchten sie nach den Geheimnissen des Geweihs. In Frankreich verfolgten sie eine "barocke" Hetzjagd zu Pferde. In Wien trafen sie auf Wissenschaftler, die den heimlichen Winterschlaf der Hirsche entdeckten.
In Neuseeland besuchten sie eine Auktion, auf der Hirsche für 20.000 Euro den Besitzer wechselten. Auf den grünen Inseln im Pazifik, wo sie von Natur aus nicht vorkamen, leben heute mehr Rothirsche als irgendwo sonst auf der Welt: Etwa ein Drittel des globalen Bestandes.
In Neuseeland begegneten die Filmemacher auch "Hotspur", dem Rothirsch mit dem größten Kopfschmuck der Welt. In einem Münchner Atelier blickten sie der Künstlerin Jule Baumeister über die Schulter, die mit einem Motiv spielt, dass einmal als Inbegriff der Spießigkeit galt: röhrende Hirsche.
Einzelnen Episoden werfen Schlaglichter auf die vielschichtigen kulturellen, wirtschaftlichen und ökologischen Verbindungen zwischen Mensch und Rothirsch. Die Rahmenhandlung bildet der Jahreslauf eines Rudels im Rothaargebirge. Weiss und Miersch wurden Zeuge dramatischer Rivalenkämpfe, und beobachteten die Geburt eines Hirschkalbes.
"Ach du lieber Hirsch" zeigt auch, wie eine rigide Forstpolitik die Rothirsche in Deutschland immer weiter zurückgedrängt. Hirsche werden mittlerweile wie Schädlingen behandelt. Die wenigen verbliebenen Hirschrevieren werden oftmals durch Straßen oder Bahntrassen zerschnitten.
Der einstige "König des Waldes" lebt heute wie ein Gefangner. Wo er noch geduldet wird, ist neun Monate im Jahr die Jagd gestattet. So wurde dem letzten wilden Großtier Deutschlands ein scheues Waldgespenst, das außer Jägern und Experten kaum jemand zu Gesicht bekommt.
Niederländische Naturschutzgebiete zeigen, dass es auch anders geht: Dort leben Hirsche, die sich ohne Scheu auch tagsüber zeigen - zur Freude der Spaziergänger. Als Weiss und Miersch vergleichbare Lebensräume hierzulande suchten, erlebten sie eine Überraschung: Deutschlands bestes Hirschrevier ist ausgerechnet ein Truppenübungsplatz.

http://www.maxeiner-miersch.de

A: Michael Miersch
K: Gerd Weiss
P: WDR, ARTE 2004/2005